Religion an beruflichen Schulen...

Katholikentag diskutiert die Frage nach Gott in der Berufsbildung

podium

Podium von KIBOR, rpz Bayern und ilfGars

Am 31. Mai 2014 fand auf dem 99. Katholikentag in Regensburg das Podium „Weil Gott im Beruf Zukunft gibt“ statt. Im Zentrum standen die Fragen, warum Auszubildende sich in ihrer Berufsausbildung der Frage nach Gott stellen sollten und wie sie dazu im Religionsunterricht angeleitet werden können.

Prof. Dr. Josef Weber von der FH Deggendorf nahm vor allem die Unternehmen in die Pflicht, in Auszubildenden nicht nur funktionale Glieder in Produktionsketten zu sehen. Prof. Weber betonte, dass heutige Berufsbiografien einen häufigen Wechsel von Tätigkeitsbereichen mitbringen. Vor diesem Hintergrund sei Berufsbildung verstärkt als Persönlichkeitsbildung auszulegen. Religiöse Bildung ist damit für ihn integraler Bestandteil von Berufsbildung.

Birgit van Elten, Sprecherin des Verbandes Katholischer Religionslehrerinnen und Religionslehrer (VKR) berichtete von ihren Erfahrungen als Religionslehrerin an einem nordrhein-westfälischen Berufskolleg und betonte die hohe religiöse Heterogenität, mit der sie täglich konfrontiert ist. Sie plädierte deshalb den Schülerinnen und Schülern gegenüber für eine fragende Haltung, bei der sie selbst für sich davon ausgeht, dass es Gott gibt, diese Annahme den Schülerinnen und Schülern aber nicht überstülpt. Aus dieser Haltung ergäben sich spannende Diskussionen.
Claudia Märkt schilderte die Situation in Baden-Württemberg, wo Religion konfessionell verantwortet in heterogenen Lerngruppen unterrichtet wird: Evangelische, katholische, muslimische, andersreligiöse und nicht religiöse Schülerinnen und Schüler lernen gemeinsam. Hier hob sie den Aspekt der Binnendifferenzierung ausgehend von Lernstandserhebungen hervor.

Prof. Dr. Albert Biesinger, Leiter des Katholischen Instituts für berufsorientierte Religionspädagogik (KIBOR) in Tübingen betonte, dass die Sinnhorizonte, die der Religionsunterricht anspricht, weit über aktuelle und berufsbezogene Fragen hinausreichen. Die existenziellen Fragen von Schülerinnen und Schülern dürften auch in der Ausbildung nicht zu kurz kommen.

Die angeregte Diskussion zwischen Podiumsgästen und dem Publikum, wie die Veranstaltung insgesamt moderiert durch Simone Hiller (KIBOR), drehte sich zum einen um die Frage, was von Religionsunterricht realistischerweise erwartet werden könne und müsse – angesichts einer Schülerschaft, die nicht von sich aus religiöse Bezüge herstellt. Zum anderen wurde die Rolle des Religionsunterrichts mit Blick auf wirtschaftliche und industrielle Zusammenhänge kritisch hinterfragt.

Bericht: KIBOR