Religion an beruflichen Schulen...

BKR: Erwartungen an die Kirche formuliert

Erwartungen von Religionslehrer- Verbänden an die Katholische Kirche
Positionsbestimmung der Bundeskonferenz der katholischen Religionslehrerverbände

 

Den Dialogprozess, von der Deutschen Bischofskonferenz soeben beschlossenen, nimmt die Bundeskonferenz Katholischer Religionslehrerverbände (BKR) erfreut zur Kenntnis. Sie sieht darin einen Anlass, die Erwartungen der Religionslehrerverbände an ihre Kirchenleitung zu formulieren, nachdem die Erwartungen an die Religionslehrkräfte schon lange dokumentiert sind. Vorab betont die BKR, dass die gute Zusammenarbeit der Religionslehrerverbände mit den Schulabteilungen der Bistümer grundsätzlich von gegenseitigem Verständnis und Vertrauen geprägt ist. Es gibt aber Problembereiche, die der Klärung im oben genannten Dialog bedürfen.

Der Religionsunterricht ist die wichtigste Säule in der Weitergabe des Glaubens. Deshalb erwartet die BKR, dass die deutschen Bischöfe sich engagiert dafür einsetzen, dass der Religionsunterricht im gesetzlich vorgesehenen Umfang erteilt wird, dass Schulgottesdienste als selbstverständlicher Teil des Schullebens ermöglicht werden, und dass die Schulseelsorge als unverzichtbares Arbeitsfeld in pastorale Konzepte aufgenommen wird. Das bedeutet, dass die Bistumsleitungen ihre Religionslehrkräfte durch die Arbeit der Schulabteilungen sowohl ideell unterstützen, wie auch durch Informationen, Medien, Fortbildungen und Zuschüsse - und dies auch angesichts angespannter Haushaltslagen.

Die BKR erwartet, dass die Möglichkeiten konfessioneller Kooperation im RU erweitert werden können. Außerdem ist zu prüfen, inwiefern der RU in gemeinsamer Verantwortung der Kirchen und in neuen Formen weiter entwickelt werden kann.

Religionslehrerinnen und Religionslehrer im Kirchendienst leisten einen unverzichtbaren und wertvollen Beitrag zum Religionsunterricht in öffentlichen Schulen. Die BKR erwartet, dass diese Arbeit von den Bistümern in gleicher Höhe entlohnt wird wie die Arbeit der Religionslehrkräfte im Landesdienst. Wir halten dies für eine Konsequenz aus der Katholischen Soziallehre.

Das Recht auf freie Religionsausübung und der RU sind untrennbar miteinander verbunden. Aus Respekt vor der Religionsfreiheit erwartet die BKR, dass der islamische RU in deutscher Sprache von der Deutschen Bischofskonferenz in aller Deutlichkeit öffentlich gefordert wird.

Die Umstellung der Lehrer-/Religionslehrerausbildung auf das Bachelor-Master-System erfordert neue Richtlinien der Kirchen. Die BKR erwartet, dass über die Richtlinien hinaus - im Entwurf von der BKR begrüßt - die Theologischen Fakultäten im Bundesgebiet einheitliche oder zumindest vergleichbare Studiengänge entwickeln.

Die kirchliche Lehrerlaubnis begründet ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Unterrichtenden und dem Ortsbischof. Eine Engführung der Vertrauenskriterien christlicher Lebensführung auf die kirchenrechtliche Korrektheit der Partnerbeziehung erscheint demnach nicht angemessen. Aus Solidarität mit den Religionslehrkräften, deren Ehe gescheitert ist und die eine neue Beziehung eingehen, erwartet die BKR, dass im Einzelfall Wege zur Fortsetzung des Vertrauensverhältnisses (Missio Canonica) geprüft werden.

Nicht wenige Religionslehrkräfte leiden unter der konfessionellen Trennung in einer konfessionsverbindenden Ehe. Viele empfinden die ökumenischen Bemühungen der Bischöfe als zu zaghaft.

Nach der Debatte über die Konsequenzen aus den Erfahrungen mit sexueller Gewalt in der Kirche erwartet die BKR eine größere Offenheit für Strukturveränderungen des Amtes und für die Beteiligung von Laien im Sinne des allgemeinen Priestertums aller Gläubigen.

Theo Sprenger, Vorsitzender der BKR                             Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!